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11.09.2026

Finanzministerkonferenz: Hamburg setzt steuerpolitische Impulse

Hamburg hat bei der Finanzministerkonferenz mehrere steuerpolitische Vorstöße zur Entlastung von Bürgern und Unternehmen sowie für mehr Fairness im Steuerwettbewerb angestoßen. Im Mittelpunkt standen Vereinfachungen im Steuerrecht, die Reform der Einfuhrumsatzsteuer und Maßnahmen gegen kommunale Gewerbesteuer-Oasen.

So fordert Hamburg, den vereinfachten Spendennachweis für steuerlich absetzbare Spenden von derzeit 300 auf 400 Euro anzuheben. Spenden bis zu dieser Höhe könnten dann ohne gesonderte Spendenbescheinigung steuerlich geltend gemacht werden. Damit sollen sowohl Spender als auch gemeinnützige Organisationen von Bürokratie entlastet werden.

Zudem setzt sich die Hansestadt für einfachere Abschreibungsregeln ein. Die Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter soll von 800 auf 1.200 Euro steigen. Gleichzeitig soll die so genannte Poolabschreibung entfallen. Nach Ansicht Hamburgs würde dies das Steuerverfahren deutlich vereinfachen und insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen Liquiditätsvorteile verschaffen.

Für mehr Fairness im Steuerwettbewerb fordert Hamburg außerdem eine Anhebung des bundesweiten Mindesthebesatzes bei der Gewerbesteuer von 280 auf 300 Prozent. Damit sollen Kommunen, die mit besonders niedrigen Hebesätzen Unternehmen anlocken, und rein steuerlich motivierte Firmensitzverlagerungen eingedämmt werden.

Positiv bewertet Hamburg zudem die geplante Reform der Einfuhrumsatzsteuer. Das von den Ländern unterstützte Verrechnungsmodell soll Unternehmen die Vorfinanzierung der Steuer ersparen und Wettbewerbsnachteile deutscher Häfen und Logistikstandorte im europäischen Vergleich beseitigen. Die Umsetzung ist für Anfang 2030 vorgesehen.

Keinen Erfolg hatte dagegen ein Hamburger Vorstoß zur Grunderwerbsteuer. Die Stadt wollte den Ländern mehr Spielraum für Steuervergünstigungen etwa beim erstmaligen Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum oder beim Bau geförderter Wohnungen verschaffen. Für diese Initiative fand sich in der Finanzministerkonferenz jedoch keine Mehrheit.

Finanzministerium Hamburg, PM vom 10.09.2026