14.07.2026
Wer in Deutschland Wohneigentum zur Eigennutzung erwirbt, fährt steuerlich deutlich schlechter als Vermieter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Demnach entsteht Käufern einer selbst genutzten Wohnung im Wert von 300.000 Euro innerhalb von 15 Jahren ein steuerlicher Nachteil von bis zu 87.000 Euro gegenüber Vermietern. Während Vermieter Abschreibungen, Kreditzinsen und Instandhaltungskosten steuerlich geltend machen könnten, blieben diese Vorteile Selbstnutzern verwehrt. Außerhalb der Metropolen liege der Nachteil laut Studie noch bei 40.000 bis 50.000 Euro.
Im europäischen Vergleich nehme Deutschland damit eine Sonderrolle ein. In allen untersuchten Vergleichsländern werde selbst genutztes Wohneigentum steuerlich stärker begünstigt als vermietete Immobilien. Entsprechend weise Deutschland mit 44 Prozent die niedrigste Wohneigentumsquote in der EU auf.
Das IW sieht darin einen Hemmschuh für den Vermögensaufbau privater Haushalte und plädiert unter anderem für steuerliche Entlastungen bei der Grunderwerbsteuer für Eigennutzer. Eine zusätzliche Belastung von Vermietern sei dagegen nicht der richtige Weg.
Institut der deutschen Wirtschaft, PM vom 04.07.2026